Diese Reise war in vieler Hinsicht besonders. Neben dem Vorführen unseres Filmes „Überleben – Drei jüdische Generationen“ war die Vertiefung der Beziehungen zu unseren jüdischen Freunden das Ziel unserer Reise.

Wir spürten, dass wir bei ihnen angekommen und Teil ihrer Familie geworden sind! Wir hatten das Privileg, die meiste Zeit mit unseren langjährigen Freunden Avishay und Chava in Haifa zu verbringen. Jeden Tag machte Avishay zu einem Höhepunkt – ein wunderbares Konzert in dem israelischen Projekt 929 (das Land liest jeden Tag ein Kapitel des Tanach), wobei mehrere Psalmen mit Chor und Symphonieorchester vertont wurden. Wir reisten auch gemeinsam mit Ruth, Heleni und Jona durch das wunderschöne Obergaliläa in den Kibbutz Kfar Blum im Huletal zu Familie Dahadi, dem Schwiegersohn, den Enkeln und Urenkeln von Stefanie Seliger. Dort und auch in Omer und Sede Boker führten wir unseren Film vor. Viele hat der Film berührt und einige meinten, wir müssten unbedingt hebräische Untertitel hinzufügen. Das hat Tess Glik aus Sede Boker gleich übernommen und unser Cutter die notwendigen videotechnischen Änderungen vorgenommen. So werden wir eher die Möglichkeit bekommen, im israelischen Fernsehen oder auf einem Filmfestival unseren Film zu platzieren. Nach vielen Jahren haben wir Hebron Machpela (das Grab der Patriarchen), Avraham Avinu (den jüdischen Teil von Hebron), das Grab von Jesse und Ruth sowie Hadassa mit dem Museum über Hebron wiedergesehen. Eine orthodoxe Jüdin erzählte mit großer Leidenschaft und Betroffenheit von dieser ihrer Stadt, in der ihre Großmutter das arabische Massaker 1929 wie durch ein Wunder überlebte und wo ihr Vater 1995 durch die Kugel eines palästinensischen Scharfschützen starb. Mit unseren Enkeln und Familie Stern durften wir dann noch eine schöne Zeit verleben. Am Jerusalemtag nahmen wir mit allen unseren Enkeln an einem „Marsch des Lebens“ der TOS Tübingen teil. Das war eine bewegende Erfahrung. Am Himmelfahrtstag überraschten uns unsere Kinder gewaltig, indem sie uns per Heißluftballon in den Himmel über die Jesreelebene schickten. Israel von oben zu sehen, ist wahrhaft dem Himmel ein Stück näher zu sein. Besonders kostbar war, dass Jona mit seinen 82 Jahren Maria und unserem Sohn Benjamin das erste Mal die Leidensgeschichte seiner Kindheit erzählte, die weder seine Tochter noch in dem Umfang seine Ehefrau kannte. Er sagte, dass ihm eine große Last genommen sei und er jetzt auch positive Dinge seiner Kindheit sehen kann.