Israelreise Kluge und Baueinsatz Suppenküche Matthias Krones

Rückblick

Auch in diesem Jahr entschieden wir uns , trotz der angespannten Lage, wieder nach Israel zu reisen. Unsere kleine Reisegruppe bestand aus vier Frauen und zwei Männern. Unsere erste Station war das Gebetshaus in Jesusalem auf dem Ölberg. Das Leiterehepaar Andreas und Adelheid Bauer aus Berlin erwarteten uns schon. Mit ihnen hatten wir jeden Morgen und jeden Abend intensive Gebetszeiten, wo wir (wie es in Jesaja 62,6 steht) wie „Wächter auf der Mauer“ für Israel und Sein Volk beteten. Zwischen den Gebetszeiten besuchten wir zwei mal unseren Freund und Holocaustüberlebenden Josef Aaron, trafen uns mit der messianischen Jüdin Nancy, besuchten die unterirdischen Ausgrabungen der alten Tempelanlage, das sehr zu empfehlende Museum „Frieds of Zion“ und „atmeten“ einfach die dichte Atmosphäre der Altstadt ein. Nach dieser Woche mussten drei Frauen unserer Gruppe wieder nach Deutschland zurück.

Für Torsten, unserem Freund Christoph und mich startete nun die zweite Etappe unserer Reise. Zuerst fuhren wir nach Latrun. Dort befindet sich ein kleiner Ableger der „Jesusbruderschaft“. Bruder Siegfried erwartete uns bereits und zeigte uns die wunderschönen uralten Räume, die in restaurierten Teilen einer alten Kreuzfahrerburg integriert wurden. Ein besonderer Platz!!! Wir holten dort die Werkzeugkiste von Matthias, einem Mitglied unseres Vereins, ab und fuhren weiter nach Sderot. Dort trafen wir ihn und seine Handwerkergruppe am nächsten Tag in der Suppenküche. Diese unterstützen wir als Verein „Tor nach Zion“ nun schon seit fast drei Jahren. Die Männer hatten alle Hände voll mit bauhandwerklichen Dingen zu tun und ich half in der Küche, die fest in russisch-sprachiger Hand ist. Da sich mein Russisch im Laufe der Jahre leider verflüchtigt hat, mussten wir mit Händen und Füßen und mit dem Herzen kommunizieren. Es hat geklappt!!! Es war wieder eine wunderbare Erfahrung mit den jüdischen Frauen zusammenzuarbeiten. Wieder staunte ich, welche wunderbaren Gerichte gezaubert wurden. Mittags dann kamen arme und bedürftige Menschen zum Mittagessen und um Nahrungsmittel mitzunehmen.

Nach 4 Tagen nahmen wir Abschied und fuhren weiter nach Sde Boker, einem Ort in der Negevwüste. Dort leben unsere langjährigen Freunde Kelly und Yaron, Baruch und Jeanie mit ihren Familien. Wir feierten zusammen Shabbat, besuchten den Gottesdienst der kleinen Gemeinde, machten zwei fantastische Wüstenwanderungen, halfen mit bei der Gartenarbeit und Torsten flieste einen Tag zusammen mit Yaron ihren neuen Food Truck. Dann brachten wir unseren Freund Christoph zum Airport und starteten zu zweit in unsere dritte Etappe.

Es ging in den Norden von Israel an den See Genezareth. Überall blühte und grünte es. Einfach wunderschön!!! Wir besuchten Familie Winkler, ein deutsches Paar das seit vielen Jahren in Israel lebt und einen Gebetsdienst leitet. Weiter ging es zur Familie Ben Nesher, Schweizer Juden die vor vielen Jahren nach Israel kamen. Von ihnen erfuhren wir von der schwierigen Situation der messianischen Juden, einfach zusammenzukommen und Gemeinschaft zu leben. Ein wirkliches Gebetsanlegen!!!

Zwischen den Besuchen gingen wir ein Stück auf dem Golanwanderweg mit Blick über den See und die Berge ringsherum. Wieder erfasste mich die Sehnsucht eines Tages mal den „Shwil“, den Israeltrail zu wandern.

Dann ging es weiter nach Haifa zu unseren lieben Freunden Avishay und Chava. Wie immer empfingen sie uns überaus herzlich. Am Abend waren wir alle bei unserer Freundin Ileni eingeladen. Sie hatte den ganzen Tag gekocht und war ganz aufgeregt, dass wir kamen. Auch Avishay's Sohn Omer war dabei und wir hatten intensive Gespräche mit ihm über die Bibel und den Glauben.

Nach dem Frühstück ging es schon weiter nach Netanya. Dort lebt seit kurzem die Familie Mund. Sie sind letzten September nach Israel gegangen, um bei einer Arbeit für Holocaustüberlebende und jüdische Neueinwanderer zu helfen. Wir konnten mit ihnen einen Begegnungsnachmittag vorbereiten und den musikalischen Rahmen gestalten. Eine beeindruckende Arbeit unter einfachsten Bedingungen.

Am nächsten Morgen ging es weiter nach Herzliya. Dort wohnt eine jüdische Frau, die wir letztes Jahr in einer Berghütte in der Hohen Tatra kennengelernt haben und die uns herzlich in ihr wunderschönes Haus eingeladen hat. Mit ihr, ihrem Mann Moshe und ihren erwachsenen Kindern feierten wir gemeinsam Shabbat. Am nächsten Morgen, als Torsten gerade unter der Dusche stand, schrillte der erste Alarm auf unseren Handy's. Torsten und ich waren total konfus und wussten erst einmal nicht, was los war. Unsere Gastgeber beruhigten uns und sagten, dass es „nur“ so eine Art Vorwarnung war. Es bedeutete: Haltet euch bereit. Der Krieg hat begonnen!

Im nächsten Moment rief auch schon unsere langjährige Freundin Shira aus Tel Aviv an und meinte, wir müssten jetzt schnellstens zu ihr kommen, weil der erste Angriff der Iraner schon bald starten würde. Weil das sowieso unser Plan war, zu ihr zu fahren, packten wir in Windeseile unsere Koffer und fuhren nach Tel Aviv. Kaum angekommen ging es los. Zuerst schrillten die Handy's und nach einigen Minuten gingen die Sirenen los. Wir eilten in den Schutzraum, der zum Glück in der Wohnung unserer Freunde liegt. Viele Menschen in Israel müssen öffentliche Shelter nutzen. Dort saßen wir dann mit der Familie unserer Freundin und ihren 4 Hunden. Eine besondere Woche begann. Unser Flug am nächsten Tag wurde natürlich gecancelt und keiner konnte sagen, wann wir wieder nach Hause kommen würden. So blieben wir einfach in Tel Aviv. Unsere Freunde umsorgten uns wunderbar. Immer wieder kam Alarm und wir saßen im Schutzraum. In der Ferne und manchmal auch sehr nah hörten wir Explosionsgeräusche. Jeden Abend saßen wir mit unseren Freunden zusammen und sangen hebräische Anbetungslieder. Das war so besonders, weil unsere Freunde keine gläubigen Leute sind. Einmal saßen wir im Schutzraum und unsere Freundin summte eine Melodie von einem der Lieder. Dann begannen wir alle den Text zu singen der übersetzt heißt: „Wie der Hirsch lechzt nach frischen Wasser, so ruft meine Seele zu dir, dem lebendigen Gott.“ Wahrhaft ein göttlicher Moment!!! Am Ende der Woche tat sich für uns die Möglichkeit auf, mit dem Bus nach Sharm el Sheikh zu fahren und von dort über Istanbul nach Berlin zu fliegen. Wir entschieden, uns auf den abenteuerlichen Weg zu begeben. Der Abschied fiel uns nicht leicht. Wir konnten ins sichere Deutschland zurück und unsere Freunde mussten in dieser gefährlichen Situation ausharren. Rückblickend sind wir froh über diese Erfahrung. Den Druck und die Bedrängnis miterlebt zu haben, hilft uns von ganzen Herzen für Sein Volk zu beten. Wir sind zutiefst dankbar für diese Reise, jede Begegnung, jedes Gespräch und natürlich alle Bewahrung die wir erlebt haben. Danke Herr Jesus Christus!

Kerstin Kluge

10.02.2026 - 23.02.2026
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